Stanserinnen an den World Games in Polen

Die Spiele der nicht olympischen Sportarten haben bereits begonnen. Sportarten wie Tanz, Gymnastik, Kanu, Sumo und eben auch Seilziehen sind Sportarten dieser Spiele.
Die Indoor Nationalmannschaft wird am 29. Juli ihr Turnier in der Gewichtsklasse bis 540kg bestreiten. Das Nati Team besteht aus neun Stanser Athletinnen sowie eine Athletin vom SZC Sins.
Auch am 29. Juli und 30. Juli werden die Männer aus Ebersecken in der Gewichtsklasse bis 640kg und 700kg ihr Turnier austragen.
Der Seilziehclub wünscht allen Schweizer Atheltinnen und Athleten viel Glück und „good Pull“

Stehend von links nach rechts:
Trainer und Coach Peter „Body“ Odermatt, Michèle Odermatt, Claudia Arnold, Melanie Kiser, Cornelia Brändle, Andrea Joller, Jessi Beerli
Kniehend von links nach rechts:
Brigitte Ziegler, Erika Zumbühl, Petra Käslin, Nicole Hess, Hans Zurmühle (Staff)

Bericht aus den Augen von der Athletin Michèle Odermatt

„Was machst du für eine Sportart?“, „was Seilziehen!?“
Im letzten Jahr wurde ich oft angesprochen, welche Sportart ich denn mache, sowohl im Fitnesscenter, als auch privat. Kunstturnerin war unter anderem eine Vermutung, weil mein Rücken so muskulös sei. Aber auf Seilziehen ist niemand gekommen…
Seit einem Jahr trainiere ich wieder, nach der 3. Babypause, am Seil – intensiver denn je. Fettmessung, Ernährungsumstellung, Krafttest und spezifisches Krafttraining stehen seit letztem Jahr auf dem Programm. Die Beine wurden „dicker“ und der Körperfettanteil schrumpfte, eine spezielle Situation für eine Frau. Als meine Hosen nicht mehr passten, weil die Muskeln immer grösser wurden, hatte ich einerseits Mühe, andererseits bin ich auch stolz über die Gewichte die ich inzwischen stemme. Ich trainiere 2- 3mal pro Woche am Seil, 2 mal pro Woche Krafttraining und sicher 2 mal pro Woche strample ich mit meinem Velo inklusive dem Veloanhänger und 2 Kindern beladen die Waldstrasse im Stanserwald hoch. Das ist nur eine Version von Trainingsgestaltung der zehn Frauen von unserem Seilzieh-Team. Jede Frau musste neben ihrem Job oder Ausbildung Zeit finden, um ihre einzelnen Trainingseinheiten neben dem Teamtraining zu gestalten, was nicht immer einfach ist.
Das grosse Ziel ist es am Indoor-Seilziehwettkampf an den World Games am 29. Juli 2017 in Polen um die Medaillen zu kämpfen. Qualifiziert hat sich die Nationalmannschaft am 20. Februar 2016 in Volendam, Holland. Das Schweizer Team hat sich den 5. Platz von insgesamt 11 Mannschaften wovon nur die besten 6 Teams der Welt an den World Games teilnehmen können.
Beim Wettkampf stehen auf jeder Seite des Seils 8 Athletinnen. Nachdem der Schiedsrichter das Seil in der Mitte ausrichtet, kommt sein Befehl: „Seil auf, spannen, bereit, pull“. Dann geht es darum mit voller Wucht, viel Kraft und Disziplin die gegnerische Mannschaft vier Meter auf seine Seite zu ziehen.
Trainiert haben wir vor allem Indoor, das heisst auf einer speziellen Bahn mit einer rauen Gummimatte und speziellen Schuhen. Die Chinesinnen sind im Moment die weltbesten und dominieren nach Chinese Taipei die internationalen Turniere. Neben dem Schuh und dem Dress entscheidet die Technik über Erfolg oder Misserfolg. Im Gegensatz zum Outdoor kann man sich im Indoor keinen Fehler in der Körperposition erlauben, jeder Druckverlust nutzt die gegnerische Mannschaft gnadenlos aus.
Um Wettkampf-Erfahrung zu sammeln haben wir diesen Sommer an der Outdoor Schweizermeisterschaft teilgenommen. Im Gegensatz zum Indoor-Seilziehen, kann man im Outdoor mit Harz an den Händen und Schuhen mit Metallplatten an den Fersen auf Rasen ziehen. Das letzte Outdoor-Turnier im August steht noch an und wir als Indoor-Nati Team haben echte Chancen auf den Outdoor-Meistertitel.
Im Moment sind wir in den letzten Vorbereitungen für die World Games in Polen. Die Vorfreude und Spannung steigt – wir können es kaum erwarten uns mit den weltbesten Nationalmannschaften zu messen.

Michèle Odermatt

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